Dreist

Von neuen Produkten, wie beispielsweise Kuchen, schneiden wir oft ein Stückchen klein und stellen es zum Probieren auf die Theke.

Gestern schnitt ich also wie immer ein Stück Kuchen auf und drapierte es auf dem Tresen , als ein Kunde herein kam. Dieser wollte ein geschnittenes Brot, ich bediente ihn also und konzentrierte mich auf diese Aufgabe.

Als der Kunde weg war fiel mein Blick auf das Tablett mit den Probestückchen. Es war restlos aufgefuttert.

Plastik (2)

Schöne Ergänzung zu der Anekdote von gestern:

Die Kundin, die direkt danach kam, und somit das Gespräch auch mitbekommen hatte, verlangte einige Brote. Ihr Schlussatz:

„Bitte packen Sie es mir doch von Papier in Plastik um, damit es auch in ein paar Tagen noch frisch schmeckt!“

Zwinkernd wünschte sie einen guten Tag und verließ den Laden.

Plastik

Wie schon mehrfach geschrieben, packen wir Brote, die halbiert sind, in perforierte Plastiktüten. Diese sind wirklich praktisch, das Brot trocknet nicht aus, wird aber auch nicht matschig und schimmelig.

Vormittags betrat nun eine Kunden den Laden und suchte ein Brot. Sehr abfällig fragte sie nach, warum denn so viele Brote in Plastik verpackt sind. Ich erklärte es, so wie oben.

„Ne, also das finde ich ja unmöglich. Da schmeckt das Brot doch sofort, als wäre das schon Tage alt!“

Ich weise darauf hin, dass das Brot keine Stunde eingepackt ist, und somit wohl noch keinen Schaden genommen hat.

„Dochdoch! Und überhaupt: Warum packen Sie da überhaupt was drum? Bäckerei Völligunbekannt macht das schließlich auch nicht. Die machen immer nur ein kleines Fettpapier über die Schnittkante. Dann wird das Brot sicher öfter gekauft. Können Sie ja mal ihrem Chef sagen!“

Sprachs und verschwand.

Wer nicht will der hat schon

Im Laden steht eine lange Schlange, ein Kunde mittleren Alters kommt an die Reihe.

„Entschuldigung, ich suche Brötchen, allerdings ist es wichtig, dass sie hefefrei sind. Haben sie sowas?“

„Ja, haben wir, allerdings weiß ich leider nicht im Kopf welche frei von Hefe sind. Ich gebe Ihnen mal die Zutatenliste, da stehen alle Waren die wir haben  drauf, und auch deren Inhaltsstoffe. Schauen sie einfach nach welche hefefrei sind. Die Liste können Sie dann auch gerne mit nach Hause nehmen.“

(Wir haben Kunden, die mit gemarkerten Listen kommen, das ist natürlich dann sehr praktisch für uns ungelernte Kräfte.)

„Nein, danke, so eine Liste habe ich schon, ich weiß schon was ich möchte.“

„Oh, ok. Was darfs denn dann sein?“

„Haben die Roggenbrötchen Hefe drin?“

*Schild such und nachschau* „Ja, leider“

„Und die Weltmeisterbrötchen?“

*Schild umdreh und nachschau*

„Ja, ebenfalls…“

„Und die…“

 

 

Erstaunlich

Die Geschichte ist schon eine ganze Weile her, aber für mich immer noch erstaunlich.

Vor einigen Monaten kam eine Frau zu uns ins Reformhaus, mit dabei hatte sie einen kleinen Jack Russel. Oft kommt es vor, dass Kunden schnell ein Brot kaufen und den Hund so lange draußen am Fahrradständer anbinden. Diese Kundin jedoch nahm dem Hund die Leine ab und verschwand im Laden. Der Hund blieb währenddessen vor der Tür.

In aller Seelenruhe war die Frau sicherlich mehr als 20 Minuten einkaufen, währenddessen sich der Hund die Seele aus dem Leib kläffte. Da er nicht angebunden war versuchte er die ganze Zeit irgendwie in den Laden zu kommen, so dass die Kunden kaum hinein und hinaus konnten. Ganz zu schweigen von denen, die Angst vor Hunden hatten und nun an dem bellenden Terrier vorbei mussten.

Beträchtlich war dementsprechend natürlich auch die Anzahl der Beschwerden.

Am erstaunlichsten war jedoch das Verhalten der Kundin. Sichtlich stolz bestätigte sie, dass der kleine Hund einfach so sehr auf sie fixiert wäre, dass er ja nicht abhauen würde (neben dem Laden ist eine stark befahrende Straße), und das Bellen wäre ja auch nur ein Liebesbeweis. Ohne ein weiteres Wort leinte sie den Hund wieder an und zog von dannen.