Ein bisschen zählen

Ihre 4,70 wollte die Kundin gerne in Kleingeld bezahlen. Schon die 3 Euro hatte sie mühsam in Münzen zusammen gesucht. Als sie dann allerdings die 70 Cent in bunt gemischtem Kupfergeld zusammensuchte wurde es mir etwas zu viel. Ich fragte also sehr freundlich ob sie es etwas größer hätte. Ihre Antwort:

„Ach, stellen Sie sich mal nicht so an. Ein bisschen zählen kann Ihnen auch nicht schaden!“

 

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Sonnige Laune

Das schöne Wetter sorgt natürlich auch bei den Kunden für gute Laune.

Dass es allerdings extrem nervig ist, wenn ein wartender Kunde permanent laut vor sich hin pfeift und sein Geldstück an die Decke wirft und fängt, während man die anderen Kunden bedienen möchte, kann man sich allerdings auch vorstellen.

Kunde König

Seit vielen Monaten zählt ein älterer Mann zu meinen Stammkunden. Er ist meist schluderig gekleidet, stinkt immer sehr und ist noch dazu sehr unfreundlich. Also nicht grade mein Lieblingskunde. Er kauft immer genau ein normales Brötchen.

Vor einigen Wochen kam er nun wieder und verlangte sein Brötchen. Leider waren die normalen Brötchen schon alle weg. (Manchmal kommen beispielsweise Firmen und kaufen mal eben zig Brötchen, dann kann es passieren, dass Mittags schon alle Brötchen weg sind.)

Ich erklärte ihm also freundlich, dass die normalen Brötchen schon weg sind. Darauf wurde er richtig unfreundlich, wurde unhöflich und beleidigend, warum wir denn zu blöde wären zu bestellen und dass es bei uns ja immer schlimmer würde mit allem, und er in Zukunft nicht mehr bei uns kaufen würde, wir könnten es uns ja leisten, unsere Kunden zu vergraulen.

Es ist sehr schade, dass ich dem Mann nicht erklären darf, dass wir auf einen Kunden, der knapp 60 Cent in der Woche bei uns lässt, aber dafür durch sein Benehmen und seinen Gestank andere Kunden vergrault, wirklich liebend gerne verzichten.

Lange Geschichte kurz erzählt: Heute kam er wieder, freundlicher als zuvor und ohne ein Wort über den Ausraster vor einigen Wochen zu verlieren. War bei den anderen wohl doch nicht besser.

 

Plastik

Wie schon mehrfach geschrieben, packen wir Brote, die halbiert sind, in perforierte Plastiktüten. Diese sind wirklich praktisch, das Brot trocknet nicht aus, wird aber auch nicht matschig und schimmelig.

Vormittags betrat nun eine Kunden den Laden und suchte ein Brot. Sehr abfällig fragte sie nach, warum denn so viele Brote in Plastik verpackt sind. Ich erklärte es, so wie oben.

„Ne, also das finde ich ja unmöglich. Da schmeckt das Brot doch sofort, als wäre das schon Tage alt!“

Ich weise darauf hin, dass das Brot keine Stunde eingepackt ist, und somit wohl noch keinen Schaden genommen hat.

„Dochdoch! Und überhaupt: Warum packen Sie da überhaupt was drum? Bäckerei Völligunbekannt macht das schließlich auch nicht. Die machen immer nur ein kleines Fettpapier über die Schnittkante. Dann wird das Brot sicher öfter gekauft. Können Sie ja mal ihrem Chef sagen!“

Sprachs und verschwand.

Wer nicht will der hat schon

Im Laden steht eine lange Schlange, ein Kunde mittleren Alters kommt an die Reihe.

„Entschuldigung, ich suche Brötchen, allerdings ist es wichtig, dass sie hefefrei sind. Haben sie sowas?“

„Ja, haben wir, allerdings weiß ich leider nicht im Kopf welche frei von Hefe sind. Ich gebe Ihnen mal die Zutatenliste, da stehen alle Waren die wir haben  drauf, und auch deren Inhaltsstoffe. Schauen sie einfach nach welche hefefrei sind. Die Liste können Sie dann auch gerne mit nach Hause nehmen.“

(Wir haben Kunden, die mit gemarkerten Listen kommen, das ist natürlich dann sehr praktisch für uns ungelernte Kräfte.)

„Nein, danke, so eine Liste habe ich schon, ich weiß schon was ich möchte.“

„Oh, ok. Was darfs denn dann sein?“

„Haben die Roggenbrötchen Hefe drin?“

*Schild such und nachschau* „Ja, leider“

„Und die Weltmeisterbrötchen?“

*Schild umdreh und nachschau*

„Ja, ebenfalls…“

„Und die…“

 

 

Erstaunlich

Die Geschichte ist schon eine ganze Weile her, aber für mich immer noch erstaunlich.

Vor einigen Monaten kam eine Frau zu uns ins Reformhaus, mit dabei hatte sie einen kleinen Jack Russel. Oft kommt es vor, dass Kunden schnell ein Brot kaufen und den Hund so lange draußen am Fahrradständer anbinden. Diese Kundin jedoch nahm dem Hund die Leine ab und verschwand im Laden. Der Hund blieb währenddessen vor der Tür.

In aller Seelenruhe war die Frau sicherlich mehr als 20 Minuten einkaufen, währenddessen sich der Hund die Seele aus dem Leib kläffte. Da er nicht angebunden war versuchte er die ganze Zeit irgendwie in den Laden zu kommen, so dass die Kunden kaum hinein und hinaus konnten. Ganz zu schweigen von denen, die Angst vor Hunden hatten und nun an dem bellenden Terrier vorbei mussten.

Beträchtlich war dementsprechend natürlich auch die Anzahl der Beschwerden.

Am erstaunlichsten war jedoch das Verhalten der Kundin. Sichtlich stolz bestätigte sie, dass der kleine Hund einfach so sehr auf sie fixiert wäre, dass er ja nicht abhauen würde (neben dem Laden ist eine stark befahrende Straße), und das Bellen wäre ja auch nur ein Liebesbeweis. Ohne ein weiteres Wort leinte sie den Hund wieder an und zog von dannen.