Gen-Brot

Der junge Kunde gestern war sehr nett, die Zeit, die er zum Aussuchen brauchte, füllten wir mit nettem Smalltalk über das Wetter und die Uhrumstellung.

Plötzlich begann er zu stutzen, trat einen Schritt zurück und schaute mich irritiert an.

„Wie, jetzt WERBEN sie schon mit genverändertem Brot?!“

Ziemlich verdutzt schaute ich mich um. Wo hatte er an meiner kleinen Brottheke – in einem Reformhaus, gepflastert mit Biowerbung über kontrollierten Anbau und strenge Zertifizierung – einen Hinweis auf genmanipulierte Ware gesehen?

Als ich es dann auch sah musste ich kurz lachen. Es war dann allerdings nicht weiter schwierig den Irrtum aufzuklären. Ich musste nur das GEN-Brot Schild wieder zurecht rücken, so dass man auch das ROG- davor sehen konnte.

Kleingeld, mal wieder

Die herrische Mitvierzigerin betrat den Laden grußlos und „bekam“ nun  einige Brote. Nachdem ich dieses einkassiert und ihr den Preis genannt hatte suchte sie umständlich in ihren Taschen und im Geldbeutel sämtliche Münzen zusammen und zählte sie auf die Theke ab.

Da sie auf der Theke zählte, konnte ich natürlich ebenfalls mitzählen und wunderte mich etwas, als sie nach der genannten Summe weiter zählte. Ich wies sie darauf hin, doch sie warf munter weitere Münzen auf die Theke. Am ende kamen sicherlich 50 Geldstücke zusammen. Nachdem sie fertig war nahm ich mir das passende Geld und lies den Rest liegen, mit dem Verweis, dass es so stimmen würde und der Rest zu viel sei.

„Ja“, blaffte sie mich an „dann zählen sie das nochmal!“ Da ich vorher bereits mitgezählt hatte sagte ich ihr natürlich, dass sie genau 5 Euro zu viel abgezählt hatte.

„Ja, eben. Also, was bekomm ich wohl dafür?!“

Nach einigen Sekunden fiel dann der Groschen. Sie wollte für ihren ganzen Haufen Kleingeld einen Schein haben.

Ich habe dann versucht ihr freundlich zu erklären, dass ich das restliche Kleingeld wirklich nicht gebrauchen kann, und sie es doch bitte beim nächsten Einkauf loswerden soll. Natürlich folgte kein Verständnis sondern lautes Geschimpfe, was ich denn „für eine“ wäre.

Abgepackt

Eine kleine, dickliche Kundin betrat den Laden und schaute sich suchend um. Ich fragte freundlich ob ich vielleicht helfen könnte.

„Ja, ich suche ein Vollkornbrot aus reinem Roggenmehl.“ Da es schon etwas später war, hatte ich leider nur noch ein halbes Roggenbrot, welches in eine perforierte Frischetüte gepackt war, damit die Schnittkante nicht zu sehr austrocknet. Ich zeigte ihr also besagtes Brot, worauf hin sie sich umdrehte, und mit den Worten „Ich kauf doch keine abgepackten Brote“ schnellen Schrittes den Laden verließ.

Wir ja nicht

Eine Stammkundin und ihr Mann kommen mehrmals die Woche zu uns, und lassen sich auch jedes Mal endlos Zeit, überlegen lange vor den Waren, sprechen alles genaustens ab und verlangen auch gerne mal den Chef, um sich von ihm beraten zu lassen.

Jetzt waren sie mal wieder da.

Sie bestellten zunächst ein Brot. Das alleine wurde zwischen beiden Partnern erstmal ausdiskutiert. Sollten es Leinsaaten sein, diese wirken ja abführend. Oder doch lieber Nüsse, diese könnten allerdings den Zähnen schaden. Die ersten Kunden stellten sich an.

Nachdem das Brot ausgesucht war ging die nächste Diskussion los. Wollten sie noch Kuchen mitnehmen? Wenn ja welchen? Die Kunden stapelten sich.

Nach mehreren Minuten wandte sich der Ehemann genervt ab und verlies den Laden, um weiter woanders einzukaufen. Die Frau zwinkerte mir verschwörerisch zu „Jajaja, Männer, haben es immer so eilig.“

Daraufhin entgegneten die anderen Kunden einstimmig und ironisch  „Macht ja nix, wir ja nicht…“

Zeitschriftenleser

Heute auch wieder eine schöne kleine Geschichte, die so ähnlich sehr häufig passiert.

Die Kundin bestellt mehrere Brote, hätte sie alle gerne geschnitten, und so dauert das Eintüten eine Weile. Dabei beginnt sie in ihrer mitgebrachten Zeitschrift zu lesen.

Als ich dann fertig bin und ihr die zu bezahlende Summe nenne muss sie allerdings noch einige Minuten kramen ums Geld zu suchen und abzuzählen.

Die wartenden Kunden dahinter waren sichtlich erfreut…