Guten Rutsch

Ja, nun ist es wieder soweit. Ein Jahr ist vorbei, morgen beginnt ein Neues.

Für viele die Zeit ein Resümee zu ziehen und vielleicht ein paar gute Vorsätze zu fassen. Mein Resümee fürs letzte Jahr würde wohl eher schlecht ausfallen, aber das heißt ja auch gleichzeitig, dass es wohl nächstes Jahr bergauf gehen wird 😉 Gute Vorsätze mache ich schon lange nicht mehr, den Vorsatz mehr Sport zu machen habe ich auch sonst (und meist mach ich es dann doch nicht ^^) und sich bei Freunden mehr Mühe zu geben versuche ich ebenfalls permanent. Wirkliche Traditionen gibt es bei mir nicht. Ich verbringe den Abend nur mit lieben Menschen.

Wie ist es bei euch, freut ihr euch? Habt ihr Vorsätze? Bräuche?

 

Jedenfalls hoffe ich, euer Jahr war schön und euer nächstes wird noch viel besser 🙂

Ratespiele

Kunde betritt den Laden, stellt sich an die Theke und nuschelt unverständlich in seine Tasche „Ich hätt gern nuschelnuschel We-nuschelnuschel-brötchen“.

„Bitte?“ (Meistens noch mit Hinweis auf die laute Hauptstraße vor der Tür)

„Nuschelnuschel We -nuschel-brötchen!“

„Zwei Weizenbrötchen?!“

Zustimmendes „mhmm“. Ich packe ein, kassiere. Kunde nimmt die Tüte, schaut hinein „Ich wollt doch die Weltmeisterbrötchen!“

 

Kennen sie nicht Herr Soundso?

Ein Kunde hatte sein Brot vergessen. Passiert sehr häufig, sicher einmal am Tag. Wenn wir das merken legen wir die Ware mit dem Vermerk „bezahlt und vergessen“ zurück, und der Kunde kann sie natürlich abholen wenn er es bemerkt. Natürlich schreiben wir nicht den Namen des Kunden auf, der ist uns schließlich nicht bekannt.

Etwas seltsam mutet es dann also an, wenn ein Mann den Laden betritt und „Das Vergessene von Herr Soundso“ abholen möchte – und dabei nicht weiß was er abholen soll.

Gute Organisation – schlechte Organisation

Heiligabend – schon eine viertel Stunde vor Ladenöffnung warten die ersten Kunden schon angespannt vor der Tür. Wir beeilten uns, die Mengen an Vorbestellungen abzupacken. Da es dieses Mal sehr sehr gut organisiert war, musste die Ware nur abgepackt, mit dem vorbereiteten Etikett versehen und  in den Kasten mit dem Anfangsbuchstaben sortiert werden. Damit fingen wir natürlich bereits weit vor Ladenöffnung an. Um 10 vor 7 wurden die Türen aufgeschlossen, die ersten Kunden warteten bereits an der Brottheke auf die Bedienung. Natürlich sagten wir einmal freundlich bescheid, dass wir noch Vorbestellungen verpacken müssten, aber spätestens kurz nach eigentlicher Öffnungszeit fertig wären und bedienen würden.

Um 5 nach waren dann alle Bestellungen verräumt und die Kunden wurden bedient. Und was mussten wir uns anhören? „Was ist denn das für eine schlechte Organisation… Jetzt mussten wir ewig hier warten, das müssen sie das nächste Jahr aber besser organisieren!!!“ Die Schicht am 24. lief dieses Jahr wie am Schnürchen. Kein Kunde musste länger als 5 Minuten warten.

Im Laufe der Schicht hörten wir dann sehr häufig „Wow,geht das schnell bei Ihnen, das ist ja super organisiert!“.

Im Supermarkt nebenan wartete man übrigens bei gleicher Kundenfrequenz bis zu einer Stunde an der Kasse 😉

Jedes Jahr wieder

Heilig Abend ist natürlich im Laden der Teufel los, und auch Vorbestellungen gehen unheimlich viele ein.

Das irgendwann (dieses Jahr Samstags Mittags) Bestellstopp ist, sollte jedem klar sein. Natürlich hat man aber immer wieder Kunden, die Samstagabend noch gerne etwas für Montag vorbestellen möchten und kein bisschen Verständnis dafür aufbringen, dass eben nichts mehr bestellt werden kann.

Dann wird diskutiert ob man nicht einfach was von der ohnehin schon zum normalen Verkauf bestellten Ware zurückgelegt werden kann. Selbst die Erklärung,dass eben beispielsweise nur 3 Brote bestellt sind, ich aber 5 Kunden habe die jetzt  meinen sie hätten ein Recht darauf es durch zurücklegen zu bekommen, stieß auf taube Ohre. „dann kauf ich eben nie wieder bei Ihnen“ ist da noch eine der nettesten „Drohungen“.

Weihnachtsstress

Weihnachten, besonders der 24.12 ist ein sehr stressiger Tag. Die Kunden rennen einem wortwörtlich die Bude ein, an keinem anderen Tag ist so viel los.

Letztes Jahr hatte ich ein besonders knuffiges Erlebnis.

Wie gesagt, es war seeeehr stressig, mehr als dreimal so viele Kunden wie an sonstigen starken Tagen und natürlich sehr sehr viel mehr Vorbestellungen. Damit verbunden natürlich auch ein leichtes Maß an Chaos 😉 Die Vorbestellungen hatten wir systematisch geordnet und es lief bis kurz vor 12 auch alles glatt. Bis ein etwas aufgeregter jüngerer Mann stürmte in den Backshop. Hektisch fragte er nach einer Bestellung auf den und den Namen. Ich war mir, trotz Vorbestellungen im fast dreistelligen Bereich, relativ sicher, dass wir auf diesen Namen keine Bestellung hatten, schaute aber trotzdem nochmal nach. Wie erwartet leider umsonst. Der Kunde wurde nicht unhöflich aber war schon sichtlich betroffen, immerhin war es sehr spät und die Läden würden gleich schließen. Nach kurzer Diskussion kaufte er somit etwas aus dem noch vorhanden Sortiment und verließ den Laden.

Kurz darauf öffnete sich erneut die Backshoptür, der Kunde steckte seinen Kopf rein, etwas zerzaust und sagte: „Ich muss mich noch bei Ihnen entschuldigen. Ich war eben bereits hier, wegen einer Vorbestellung die sie nicht hatten. Dabei hatte ICH in der Hektik nur vergessen, dass ich das ganz woanders bestellt hatte!“

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten euch allen! 🙂

Gefährlicher Stern

Im Laden hängt neben Lichterketten auch einer der in diesem Jahr sehr angesagten Sterne. Halterung ist oben dementsprechend zwischen 2 der 5 Zacken, es zeigt also einer nach unten.

Von besorgten religiösen Kunden wurden wir schon mehrfach und ernst aufgefordert den Stern umzudrehen… So sei er das Zeichen des Teufels und bringe Unglück.

Würde erklären warum ich mir so oft daran den Kopf stoße 😉